Partizipation auf dem KiKS-Festival
Wenn wir uns Partizipation als Thema setzen, fragen wir uns natürlich auch, wie sie auf dem KiKS-Festival erlebbar wird – abgesehen davon, dass die Kinder und Jugendlichen jederzeit frei entscheiden, wo und wie lange sie an welchem Angebot mitmachen möchten. Hier gibt es verschiedene kleine Einblicke aus dem Festival 2025.
Ein Blick ins Programm:
Partizipa-was? Bei der KiKS-Forschungsstation, zentral im Foyer der Alten Kongresshalle gelegen, näherten sich Kinder auf ihre eigene Weise dem Thema. Was könnte sich hinter diesem abstrakten Begriff verbergen?

Das Wort „P-a-r-t-i-z-i-p-a-t-i-o-n“ wurde erst einmal auseinandergenommen, umgedreht, neu zusammengesetzt. Alle Antworten wurden dokumentiert und verarbeitet. Dadurch wurden Gespräche angestoßen, Meinungen ausgetauscht, möglicherweise Denkanstöße gegeben.
Eine inhaltliche Station zu so einem abstrakten Thema wirft die Frage auf: wo führt das mitten in so einem belebten Festival hin? Es war ein Experiment. Manche Kinder haben sich eingebracht, sich darauf eingelassen, andere sind auch schnell wieder weitergezogen.
Kinder konnten ihre Stimmen einbringen: „Wo darf ich mitbestimmen? Und wo nicht?“ Es entstand ein „Partizipations-Forschungsball“, es wurde gefragt: „Soll immer die Mehrheit entscheiden?“ Ein Kind hielt fest: „Was ist die Mehrheit? Die meisten achten nicht auf die Leute, vielleicht können sie das nicht machen.“ oder „Wenn meine Eltern und meine Schwester in den Zoo wollen und ich auf einen Kindergeburtstag, dann soll nicht die Mehrheit entscheiden, weil der Geburtstag wichtiger ist.“ Vielleicht gibt es also gute Gründe, dass nicht immer die Mehrheit entscheidet? Es ging um Klassensprecher:innen, Schule, Urlaub, Kleidung, Spiele, Handyzeit, das eigene Zimmer, … die Kinder untersuchten die Angebote des Festivals anhand der Frage, an welcher Station sie wie viel mitbestimmen können.
Nach und nach füllten sich die Wände der Forschungsstation und wurden im Laufe der Tage immer bunter. Sie entwickelten sich zu einer Ausstellung der Gedanken. Das abschließende Fazit von Isabel, die die Station mitbetreut hat: „Ich glaube das Learning ist: wir sollten mit Kindern und Jugendlichen mehr über Mitbestimmung reden, sie haben dazu sehr unterschiedliche und auch super interessante Gedanken. Aber das gilt meiner Meinung nach für fast alle Themen.“
Ergebnisse der Forschungsstation kann man auch in der Schneckenpost nachlesen.
Neben dieser eher abstrakten Ebene konnten sich die Kinder und Jugendlichen auf dem KiKS-Festival auch ganz konkret mit ihren eigenen Partizipationserfahrungen und -wünschen in München auseinandersetzen: Beim „StadtLabor“, einem Angebot der Stadt-Ansichten-Insel konnten sie auf einem großen Stadtplan ihre Vorstellungen eintragen, wie München kinder- und jugendfreundlicher gestaltet werden kann. Gleichzeitig bekamen sie Einblicke in die Politik, wie sie sich aktiv für ihre Rechte einsetzen und selbst Veränderungen anstoßen können.
[Alle Fotos „Forschungsstation“ ©Alicia Fackler]
Ein Blick hinter die Bühne:
Bei KiKS gehört die Bühne den jungen Menschen – Thaila hat auf dem KiKS-Festival das Breakdance-Battle organisiert: ein ganzer Nachmittag Programm in der Alten Kongresshalle mit zahlreichen Zuschauer:innen.
Moderiert hat die 19-jährige solche Veranstaltungen schon häufiger, organisiert hat die Battles dann meistens ihr Vater als Tanzschul-Leiter von „Step2Diz“. Das Battle auf dem KiKS-Festival war das Erste, das Thaila eigenständig geplant hat. Wir haben Thaila direkt nach dem Programm nach ihren Eindrücken und Erfahrungen gefragt und möchten hier einige Einblicke teilen, die anschaulich beschreiben, wie es sich anfühlen kann, so eine Show zu veranstalten, welche Herausforderungen darin stecken, aber auch welcher Mehrwert und welche Lernprozesse. Danke Thaila!
Dein allgemeines Fazit?
Vielleicht war das ein guter Anfang. Vielleicht kommt ja irgendwann was, was ich dann ganz alleine organisieren kann. Also es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Ich bin dankbar für die Bühne, die ich bekommen habe.
Wie war die Planung? Gab es einen Pan B?
Ja, also es hat schon Monate davor angefangen, dass ich erst mal gesagt habe, was mache ich überhaupt, was will ich machen, wie schaut es aus, was brauche ich? Und dann ging es los zur Planung mit: ja okay, ich brauche auf jeden Fall einen DJ, ich brauche eine Jury und ich brauche eigentlich auch Tänzer. Dann haben wir überlegt, machen wir die Anmeldung online, dachten wir uns, nee, vielleicht lieber vor Ort, weil vielleicht meldet sich online jemand an, kommt dann nicht. Das mit dem DJ habe ich dann organisiert und dann hat mir mein DJ leider abgesagt, ganz kurz, erst am Freitag. Da fand ich gut, dass ich die Kerstin hatte [Kerstin ist im Namen des KJR München-Stadt Teil der KiKS-Veranstalter:innen und gestaltet das gesamte Bühnenprogramm auf dem Festival]. Also ich bin richtig, richtig dankbar. Ich habe sie voller Panik angerufen und war voll gestresst und habe gesagt, was mache ich denn jetzt. Und sie hat mir dann doch eine ganz, ganz liebe DJ noch mal gefunden, der ich so auch eine Bühne geben konnte.
Flexibilität ist gefragt
Also es ist voll krass, mal in einer anderen Rolle zu stecken. Einfach mal zu sehen, auch sich mal den Kopf darüber zu zerbrechen. Nicht den Ablaufplan bekommen und sagen, okay, ich mache das, das, das und das, sondern wirklich den Ablaufplan selber zu schreiben. Sich Gedanken zu machen. Und dann schreibt hier noch einer, ja, wir würden doch gerne um 15 Uhr auftreten. Dann siehst du, ah, 15 Uhr geht aber nicht. Dann, wie auch heute, gab es ein kleines Kommunikationsproblem und eine Showcasegruppe wurde gar nicht aufgelistet. Was mache ich dann? Dann wieder Stresssituationen mit, ja, ich muss dem DJ die Musik geben. Wie kriegt der DJ die Musik? Wo packe ich sie rein? Was sage ich den Kindern? Alles verzögert sich nach hinten. Denkt man gar nicht, wenn man das alles gar nicht macht, also als Zuschauer oder als Tänzer. Oh, ich werde aufgerufen. Okay, ich tanze. Oh, sieht gut aus. Applaus. Fertig. Also sehr viel Respekt auf jeden Fall an die Organisation. Weil ich weiß, ich gehe jetzt bald nach Hause, aber trotzdem sind hier dann noch Menschen, die das auch abbauen, die das dann auch gebaut haben, damit wir Tänzer einfach eine Opportunity haben, also eine Möglichkeit haben, zu tanzen. Und ich finde das auf jeden Fall richtig krass. Und ich glaube, ich habe auch selber für mich gelernt, wie man mit Stress umgeht. Dass ich mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen soll und dass es immer einen Weg gibt.
Ein Blick auf die Bühne bzw. auf den Blog:
Auch die Moderation lag auf dem KiKS-Festival ganz in den Händen der Jugendlichen. Wie die beiden KiKS-Moderator:innen zu ihrem „Job“ kamen, erfragten vier Kinder der Münchner Kinderzeitung und teilten ihren Beitrag auf dem KiKS-Blog.
Sagt mal Anna und Sarah …
Wie seid ihr zu dem Job der Moderation der KiKS-Eröffnungsfeier gekommen?
Wir sind bereits das dritte Mal bei KiKS dabei. Erste Erfahrungen haben wir im Spielhaus Sophienstraße gesammelt. Wir haben dort fast jede Schulpause verbracht und dort die Kerstin kennengelernt. Sie hat uns damals gefragt, ob wir ihr Jubiläum moderieren wollen und so sind wir zu dem Job gekommen.
Wie ist es für euch auf der Bühne zu stehen?
Mittlerweile macht es uns richtig viel Spaß und es ist schön, es immer wieder zu machen. Anfangs muss man etwas reinkommen und wir sind etwas aufgeregt, aber es macht immer mehr Spaß.
Seid ihr eigentlich gecoacht worden oder einfach ins kalte Wasser gesprungen?
Bisschen sind wir in das kalte Wasser gesprungen, damals bei unserer ersten Moderation – wir haben ein paar Tipps bekommen, mittlerweile machen wir alles selbst.
Wollt ihr später auch mal beruflich so etwas machen?
Tatsächlich sind wir beide sehr aktiv bei der SMV in unserer Schule und müssen dort auch ab und an moderieren. Wer weiß, wohin es uns später beruflich treibt?
Habt ihr das Gefühlt, dass beim KiKS-Festival die Kinder im Mittelpunkt stehen, es ein Festival für Kinder von Kindern ist?
Ja! Auf alle Fälle – das seht ihr schon an unserem Part. Wir haben dieses Jahr die komplette Moderation übernommen.
Euer Highlight beim Festival – was gefällt euch am Besten?
LIVE ON STAGE mit den tollen Bands ist auf jeden Fall heute noch ein Highlight. Morgen KID OF THE RING (U18-Breakdancebattle) und Sonntag die DJs.
Anna und Sarah, danke euch für das Interview.
Das Interview haben Mathilda, Fenja, Moritz und Naima von der Münchner Kinderzeitung geführt.













