Weiterführende Links
Wer noch tiefer einsteigen möchte, kann sich hier durch eine kleine, unvollständige Auswahl an weiterführenden Links klicken – untergliedert in eher theoretischen Input für eine inhaltliche Auseinandersetzung und ganz konkreten Praxisprojekten zur Inspiration.
Die Kinder-Internetseite kindersache.de ist eine Mitmach-Seite für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren. Hier gibt es viele Informationen vor allem über die Kinderrechte, aber auch Möglichkeiten, selbst im Internet aktiv zu werden. Jeder Artikel, jedes Video und jeder Trickfilm wird von der Redaktion gesichtet, bevor er freigeschaltet wird – auch jeder Kommentar. Wir bieten Kindern somit einen geschützten Raum, sich im Internet auszuprobieren.


Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Familie (BMFSFJ) formulieren auf dieser Seite praxisnah und mit Blick auf unterschiedliche Räume des Aufwachsens Standards der Qualität von Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Standards sollen Fachkräften, Organisationen und politischen Akteur:innen als Orientierungsrahmen dienen, um Beteiligung junger Menschen verbindlich, wirksam und professionell zu gestalten. Gleichzeitig laden sie dazu ein, die vorgestellten Impulse mitzudenken, zu diskutieren und in der Praxis auszuprobieren. Beteiligung wird als eine gemeinsame Aufgabe auf allen Ebenen, die strukturell abgesichert werden muss, verstanden.
Das Programm „Stark im Land“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung richtet sich an Jugendliche in ländlichen Regionen Sachsens und fördert ihre aktive Beteiligung an der Gestaltung ihrer Lebensräume. Es bietet Projekte wie „Hoch vom Sofa!“, bei dem Jugendliche eigene Ideen umsetzen, und „Jugend bewegt Kommune“, das junge Menschen und Kommunen zusammenbringt, um Lebensbedingungen zu verbessern. Ziel ist es, Mitbestimmung zu ermöglichen, Engagement zu stärken und Beteiligungsstrukturen vor Ort auszubauen.
Stark im Land. Praxisportal für Kinder- und Jugendbeteiligung
In Folge 35 nehmen euch Anikó und Julian mit nach Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dort treffen sie sich mit Heiko Wersig, dem engagierten Bürgermeister der Gemeinde. In einem inspirierenden Gespräch reflektieren sie den gemeinsamen, zurückliegenden Prozess der Kinder- und Jugendbeteiligung. Der Bürgermeister erzählt, wie aus einer ersten Initiative vor neun Jahren eine lebendige Beteiligungskultur gewachsen ist. Er teilt dabei wertvolle Einblicke und Erfahrungen, die nicht nur für Kommunalpolitiker:innen von Bedeutung sind, sondern auch für alle, die an einer aktiven Mitgestaltung ihrer Gemeinde interessiert sind. Besonders beeindruckend ist sein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl junge Menschen als auch Senior:innen in den Blick nimmt und zeigt, wie Beteiligung alle Generationen verbinden kann.
Die Seite antipartizipation.de thematisiert, warum Beteiligung in vielen Fällen nicht gelingt. Sie macht deutlich, dass Partizipation nicht einfach durch Angebote entsteht, sondern von realen Einflussmöglichkeiten, passenden Strukturen und einer ernsthaften Haltung der Erwachsenen abhängt. Oft bleibt Beteiligung wirkungslos, weil junge Menschen zwar „mitmachen“ dürfen, aber keine Entscheidungen mitbestimmen können. Die Seite zeigt damit, dass Nicht-Partizipation kein Desinteresse bedeutet, sondern häufig das Resultat fehlender Anerkennung, Machtteilung und Zugänge ist.
Der Text von Harry Shier (2023) stellt verschiedene Beteiligungsmodelle vor und erzählt deren Entwicklung als „Geschichte in sechs Kapiteln“. Er zeigt, wie sich Modelle von stufenförmigen Leitern hin zu flexibleren, prozessorientierten Ansätzen bewegt haben. Zentral ist die Weiterentwicklung seines bekannten Modells „Pathways to Participation“, das Beteiligung nicht als Hierarchie, sondern als Sequenz von Öffnungen, Gelegenheiten und Verpflichtungen beschreibt. Shier betont, dass Modelle nur Werkzeuge sind, die hilfreich sein können für Reflexion, Planung und Dialog, aber keine Rezepte. Er plädiert dafür, Beteiligung als kontinuierlichen Lern- und Aushandlungsprozess zwischen Erwachsenen und jungen Menschen zu verstehen, der immer kontextabhängig ist und durch strukturelle Bedingungen beeinflusst wird.
Dominik Ringler betont, dass Demokratie im Alltag junger Menschen in Kitas, Jugendclubs und Kommunen, wo sie Mitbestimmung konkret erfahren können, beginnt. Kinder- und Jugendbeteiligung sei keine Zusatzaufgabe, sondern zentrale Demokratiebildung. Damit Beteiligung gelingt, brauche es verbindliche Strukturen, Ressourcen und Rückmeldung statt symbolischer Anhörungen. Er fordert eine vielfältige, inklusive Beteiligungskultur und sieht die Soziale Arbeit als wichtige Vermittlerin. Echte Demokratie entstehe, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen und das beginnt nicht morgen, sondern jetzt.
Dr. Oliver Bokelmann beschreibt, dass junge Menschen in einer von Krisen und Unsicherheiten geprägten Welt häufig Ohnmacht und Orientierungslosigkeit erleben. Demokratiebildung dürfe daher nicht nur als Reaktion auf Extremismus verstanden werden, sondern müsse an den Alltagserfahrungen der Jugendlichen ansetzen. Durch Reflexion über Erlebnisse von Ungerechtigkeit, Konflikten oder Zugehörigkeit können junge Menschen Demokratie als Lebensform begreifen. Solche reflexiven Bildungsräume fördern kritisches Denken, Empathie und Verantwortung. Demokratiebildung ist für Bokelmann kein Zusatz, sondern zentraler Auftrag pädagogischer Arbeit.
Die Ausgabe des kubi-Magazin No. 23 widmet sich dem Kinderrecht auf Beteiligung und zeigt, wie Kinder und Jugendliche aktiv an Entscheidungen mitwirken können. Es wird beleuchtet, welche Strukturen und Haltungen nötig sind, damit echte Mitbestimmung gelingt und kulturelle Bildung zu einem Raum demokratischer Teilhabe wird. Fachbeiträge und Interviews thematisieren die Unterschiede zwischen Teilhabe, Partizipation und Beteiligung sowie die Verantwortung Erwachsener, Macht zu teilen. Praxisbeispiele aus verschiedenen Städten zeigen, wie junge Menschen bereits erfolgreich mitgestalten und ihre Interessen einbringen. Das Magazin lädt dazu ein, kritisch zu reflektieren, wie Beteiligung als gelebtes Recht umgesetzt werden kann.
Zentrale Themen Kultureller Bildung – und somit auch auf der Wissensplattform Kulturelle Bildung Online besonders präsent – sind Diversität, Transformation, Digitalität und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Teilhabe und Partizipation. Im folgenden Auszug aus der Studie „Kulturellen Bildung: Was war? Was ist? Kommt was?“ werden die Entwicklungslinien des vergangenen Jahrzehnts bezüglich des Themenfeldes Teilhabe und Partizipation skizziert, die spezifischen Diskurse nachgezeichnet und zusammengefasst sowie mit den abschließenden Erkenntnissen der Studie verknüpft. Somit soll das Wissen der 45-seitigen Studie themenfokussiert zugänglich gemacht werden. Die Studie „Kulturellen Bildung: Was war? Was ist? Kommt was?“ gibt einen Überblick über Themen und Diskurse zur Kulturellen Bildung, wie sie auf kubi-online in vielen Fachartikeln reflektiert werden. Des Weiteren zeigt sie auf, in welcher Form und mit welchen Grenzen sich die Wissensplattform als Akteurin in den Diskurs einbringt und zum Wissenstransfer Kultureller Bildung beiträgt. Entstanden ist die Studie als Auftrag der Trägerorganisationen der Wissensplattform Kulturelle Bildung Online anlässlich des zehnjährigen Bestehens von kubi-online.
Das Kapitel „Modelle zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ in „Allgemeinen Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung“ beschreibt, dass es viele unterschiedliche Modelle zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gibt und dass keine Form „besser“ ist, solange sie wirksam und ernst gemeint ist. Klassische Stufenmodelle greifen oft zu kurz, weil sie Beteiligung nur über Machtverteilung bewerten. Stattdessen wird mit dem „Beteiligungswürfel“ ein Modell vorgestellt, das mehrere Dimensionen wie Methoden, Themen und Entscheidungsbefugnisse berücksichtigt. Gute Beteiligung muss dabei immer an Alter, Kontext und Lebenswelt der jungen Menschen angepasst sein. Entscheidend ist, dass Beteiligung dauerhaft verankert, transparent rückgekoppelt und tatsächlich wirksam ist.
Der Artikel berichtet über die Veröffentlichung der Abschlussdokumentation des Nationalen Aktionsplan für Kinder‑ und Jugendbeteiligung (NAP), mit der Zielsetzung, die Beteiligung junger Menschen in Deutschland sichtbar und wirkungsvoll zu stärken. Dabei wird betont, dass Kinder- und Jugendbeteiligung einen wesentlichen Beitrag zur Demokratie leistet und daher inklusiv, niedrigschwellig und diversitätssensibel ausgestaltet sein muss. Zugleich wird anerkannt, dass trotz der Fortschritte noch erheblicher Umsetzungsbedarf besteht, insbesondere bei echten Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche auf allen Ebenen.
Die Broschüre „MitWirkung – Aus der Praxis nachhaltiger Kinder‑ und Jugendbeteiligung in Brandenburg“ des Kompetenzzentrum Kinder‑ und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB) dokumentiert zahlreiche Praxisbeispiele aus Brandenburg, in denen Jugendliche aktiv mitgestalten. Sie zeigt, wie Beteiligung funktioniert, welche Hürden es gibt und welche Rahmenbedingungen sinnvoll sind, damit junge Menschen Einfluss nehmen können. Zudem richtet sie sich an Kommunen, Jugendhilfeeinrichtungen und Bildungsakteur*innen und gibt Impulse zur Verankerung von Beteiligung als dauerhafter Bestandteil. Die Broschüre verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Mitwirkung, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit in der Kinder‑ und Jugendbeteiligung.
Die Broschüre „Mit 7 Fragen zur kommunalen Beteiligungsstrategie“ vom KiJuBB zeigt, wie Kommunen Kinder und Jugendliche systematisch beteiligen können. Sie empfiehlt, zunächst zu klären, wer betroffen ist und wer beteiligt werden soll, wie intensiv die Beteiligung sein soll und welche Methoden geeignet sind. Wichtig ist zudem, Rückmeldungen zu geben, den Einfluss der Jugendlichen sicherzustellen und den Prozess transparent zu dokumentieren. Ziel ist, Beteiligung strukturell zu verankern, wirksam zu gestalten und echte Mitbestimmung zu ermöglichen.
Die politische Partizipation hat sich seit den späten 1960er Jahren erweitert und umfasst neben institutionalisierten zunehmend nicht‑institutionalisierte Formen. Diese neuen Beteiligungsformen wie Demonstrationen, Blockaden oder zivilen Ungehorsam nahmen besonders ab den 2000er Jahren zu, während traditionelle Beteiligung eher stabil blieb oder rückläufig war. In Ost- und Westdeutschland zeigt sich dabei ein ähnliches Niveau solcher Aktivitäten. Proteste als besondere Form nicht‑institutionalisierter Partizipation verfolgen kollektive öffentliche Anliegen und werden sowohl von alten als auch neuen sozialen Bewegungen getragen. Neue soziale Bewegungen verfolgen überwiegend postmaterialistische Ziele und sind häufig dezentral organisiert. Zugleich zeigt sich eine zunehmende Institutionalisierung auch dieser Bewegungen. Die Themen und Häufigkeiten von Protesten variieren stark über die Jahrzehnte, wobei etwa Arbeit, Ökologie oder Frieden je nach Zeit unterschiedlich gewichtet wurden. Unterschiede zwischen Ost und West zeigen sich insbesondere in der stärkeren Betonung sozioökonomischer Probleme in Ostdeutschland. Zur Studie geht es HIER.
Der Infobrief der Fachstelle Kinderwelten setzt sich mit Partizipation auseinander. Partizipation ist ein Kinderrecht. Doch befragte Kinder schätzen ihre Beteiligungsmöglichkeiten skeptischer ein als die Erwachsenen. Folgenden Fragen wird im ersten Teil der Broschüre nachgegangen: Was schränkt die Beteiligung von Kindern ein? Und was kennzeichnet Beispiele ermutigender Beteiligungspraxis? Im zweiten Teil befinden sich dann Empfehlungen für die Praxis, um die Beteiligung von Kindern in den Einrichtungen diskriminierungskritisch auszurichten.
Marina Weisband macht sich mit ihrem Beteiligungsprojekt aula an derzeit 50 Schulen stark für Selbstwirksamkeit. So will sie der gefühlten Ohnmacht angesichts des um sich greifenden Populismus etwas entgegensetzen, etwa mit digitaler Partizipation und Bildung. Ein Besuch bei ihr zu Hause in Münster, wo sie sich trotz chronischer Krankheit unermüdlich für die Demokratie einsetzt. HIER berichtet sie über ihre Erfahrungen und über ihre Forderung nach einer zweiten Aufklärung.
Die Präsentation zeigt, dass jugendliches „Chillen“ in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) nicht als belangloses Abhängen zu verstehen ist, sondern als bedeutsame jugendkulturelle Praxis, in der Zugehörigkeit, Aushandlung, Anerkennung und politische Bedeutungen entstehen. Die Autor*innen argumentieren, dass viele Formen jugendlichen Handelns, wie z.B. „Cornern“ im öffentlichen Raum, häufig nicht als Partizipation erkannt werden, obwohl sie soziale und politische Dimensionen besitzen.
Vor diesem Hintergrund beschreibt die Präsentation das besondere Potenzial der OKJA für lebensweltorientierte Demokratiebildung. Sie kann Räume öffnen, in denen Jugendliche ihre Themen selbst setzen, Konflikte austragen, Zugehörigkeit erleben und politische Handlungsfähigkeit entwickeln. Gleichzeitig wird betont, dass politische Bildung in der OKJA nicht primär Wissensvermittlung ist, sondern das Ausüben des Politischen im Alltag durch gemeinsames Gestalten, Aushandeln und Anerkennen jugendlicher Praxen.
Wenn alle Bildungsbereiche miteinander zusammenarbeiten, gewährleisten sie verlässliche und zugängliche kulturelle Bildungsgelegenheiten für alle Kinder und Jugendlichen. Kulturelle Bildung wird in diesem Sinne erst in Koproduktion möglich.
Die Mitgliederversammlung der BKJ hat im März 2015 das Positionspapier unter dem Titel „Kulturelle Bildung ist Koproduktion. Außerschulische und schulische Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche wirksam entfalten – eigenständig und gemeinsam“ verabschiedet.
Konzeptionelle Grundlagen und empirische Befunde zur Mitwirkung junger Menschen in Familie, Schule und Kommune.
„Was brauchst Du zu einem guten Leben?“ Diese Frage haben Jugendliche aus dem JugendExpert:innen-Team des Projekts „Familie und Bildung: Politik vom Kind aus denken“ in 25 Workshops mit 112 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland diskutiert. Die in dieser Studie präsentierten Ergebnisse des partizipativen Forschungsprojekts Peer2Peer geben Einblicke, welche Bedarfe junge Menschen aktuell haben, was sie sich wünschen und welche Sorgen und Ängste sie umtreiben.
Die Befunde machen deutlich, dass junge Menschen eigene Perspektiven und Bedarfe haben und diese sehr gut, konkret und differenziert äußern und dafür eintreten können. Sie bauen weder Luftschlösser noch wünschen sie sich Gummibärchen oder Spielekonsolen. Vielmehr formulieren sie gut begründet eher moderate, durchschnittliche Ansprüche und Bedarfe.
Besonders deutlich wird das in dem von ihnen formulierten Bildungsverständnis, das weit über den akademischen oder schulischen Kontext hinausgeht. Aber auch der Stellenwert von Familie und Freund:innen zieht sich durch alle Workshops. Zudem beschreiben sie existenzielle materielle Bedarfe, wie ein Dach über dem Kopf, Geld für gesunde Ernährung oder die Möglichkeit, selbst Geld zu sparen. Denn Sparen eröffnet Handlungsspielräume, erlaubt die Zukunft zu gestalten und gibt gerade in krisengeschüttelten Zeiten Sicherheit. Darüber hinaus ist mentale und körperliche Gesundheit ein zentrales Thema, das alle Teilnehmer:innen der Workshops altersunabhängig einbrachten.
Die Kinder und Jugendlichen mahnen zudem an, dass sie zwar über Rechte verfügen, diese aber zu oft nicht ausreichend gewahrt werden. Sie skizzieren Situationen, in denen sie Unrecht, Diskriminierung und Mobbing erleben bzw. beobachten. Auch ihre Persönlichkeitsrechte und ihre Privatsphäre sehen sie zu oft nicht ausreichend von Erwachsenen respektiert. Schließlich fühlen sie sich bei wichtigen gesellschaftlichen Themen und Entscheidungen vielfach nicht gehört und ernstgenommen.
Die Peer2Peer-Workshops machen einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche selbst nach ihren Bedarfen zu fragen und haben sich dabei als innovativer, partizipativer Forschungsansatz sehr bewährt. Sie zeigen, wie jungen Menschen auf Augenhöhe begegnet und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen werden kann. Das hat der Zwischenbericht zu Peer2Peer bereits näher beleuchtet. Insofern sollten Peer2Peer-Ansätze im Rahmen der Konzeption einer umfassenden Bedarfserhebung für und mit Kinder(n) und Jugendliche(n), an der wir weiter arbeiten und für die wir werben, aufgenommen und weiterentwickelt werden. Denn wir brauchen dringend bessere Daten von Kindern und Jugendlichen, was sie brauchen, was sie sorgt und umtreibt, um gute Politik für sie gestalten zu können.
Der Kooperationsverbund Offene Kinder- und Jugendarbeit hat sich im März 2016 mit dem Ziel gegründet, eine bessere Sichtbarkeit und Vertretung des Feldes insbesondere auf Bundesebene, zu sichern und eine bundesweite Plattform für die fachliche Auseinandersetzung, Diskussion und Weiterentwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland zu schaffen. Ergebnis eines solchen Diskussionsprozesses ist die Festlegung einer gemeinsamen Ausgangsposition, die mit dem vorliegenden Positionspapier vorliegt und als Einladung zu weiteren Diskursen zu verstehen ist. Das Positionspapier wurde – ausgehend von einer Fachtagung in Mannheim 2018 – von vielen Kolleg:innen aus der Praxis in kommunaler und freier Trägerschaft, auf lokaler, Landes- und Bundesebene sowie der Wissenschaft entwickelt und formuliert, in einem weiteren Arbeitstreffen in Leipzig 2018 als Entwurf abschließend diskutiert und liegt nun in der Endfassung vor.

In seiner Stellungnahme zieht das Bundesjugendkuratorium ein Zwischenfazit zu den bisherigen Aktivitäten und formuliert grundlegende konzeptionelle und fachliche Anforderungen an eine Politik der erweiterten Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Das Bundesjugendkuratorium gibt Handlungsempfehlungen für die jeweiligen politischen Ebenen, um eine strukturelle Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit von Partizipationsangeboten zu etablieren, die über Beteiligungsmöglichkeiten in bestimmten Situationen oder für bestimmte Personengruppen hinausgehen. Es kommt hierbei vor allem darauf an, Beteiligungsmöglichkeiten für alle jungen Menschen an den sie betreffenden Entscheidungen als strukturellen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu verankern. Partizipation kann nach Auffassung des Bundesjugendkuratoriums kein beliebiges Element in einer Politik für Kinder und Jugendliche neben vielen anderen sein, sondern muss zu einem konstitutiven Bestandteil der demokratischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland werden.
In Deutschland leben 22 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie sind alle sehr unterschiedlich, haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie wollen mitreden und gehört werden, wenn es um die Gestaltung ihrer Lebenswelten, um Familie, Schule und Freizeit, aber insbesondere auch um Politik in der Kommune, auf Landes- und auf Bundesebene geht. Wie kann das gut funktionieren? Was wünschen sich junge Menschen, was müssen Erwachsene dafür tun?
„22 Millionen: Kinder und Jugendliche im Fokus“ ist ein Podcast im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung. Anna Grebe (Beraterin für Jugendpolitik / Blenden-Artikel) gibt Tipps und praktische Einblicke und spricht mit Gästen über alles rund um das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung.
Im Vortrag spricht Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani über das von ihm zusammen mit Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier verfasste Buch „Kinder – Minderheiten ohne Schutz“, das Kinder als marginalisierte Gruppe beschreibt, die häufig in gesellschaftlichen und politischen Systemen wenig Schutz erfahren. Sein Vortrag richtet sich an Bildungspolitik, Soziale Arbeit und Öffentlichkeit mit dem Appell den Minderheitenschutz zu fördern. Er beleuchtet, wie strukturelle Diskriminierung ebenso wie fehlende Ressourcen und Wahrnehmung Kinder benachteiligen. Außerdem fordert er, gesellschaftliche Verantwortung und politische Maßnahmen deutlich zu stärken, um Kinder zu schützen und ihnen gleiche Chancen zu ermöglichen.
Während der Generalsanierung des Münchner Stadtmuseums entsteht mit What the City eine experimentelle Ausstellung, in der partizipative und barrierefreie Ansätze erprobt werden. Im Kapitel My City wird regelmäßig ein neues „Ding für die Zukunft der Stadt“ vorgestellt, das von lokalen Initiativen oder engagierten Einzelpersonen eingereicht wird. Ein solches Objekt war auch das Grüne Erlebniszentrum, das in Mini-München 2024 entwickelt wurde. Dank des Einsatzes der beteiligten Kinder war von Mitte Juli bis Anfang Oktober 2025 ein Modell davon im Stadtmuseum zu sehen.
Pimp Your Project ist ein Förderprogramm der Stadtschüler:innenvertretung München (SSV). Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler in München und unterstützt die Umsetzung eigener Projektideen zur aktiven Mitgestaltung von Schule und schulischem Umfeld.

Das Projekt fördert das Engagement junger Menschen, indem es die Realisierung ihrer Vorhaben ermöglicht. Dafür stehen finanzielle Mittel von bis zu 500 Euro sowie begleitende Beratung und Tipps zur Verfügung. Unterstützt werden Projekte, die über den regulären Unterricht hinausgehen und das Miteinander, die Mitbestimmung oder das schulische Engagement stärken.
Ziel von Pimp Your Project ist es, das Engagement von Münchens Schülerinnen und Schülern zu fördern und ihnen zu ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen sowie eigene Ideen selbstständig umzusetzen.
Das Münchner Kinder- und Jugendforum findet zweimal im Jahr im Rathaus statt und gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, München aktiv mitzugestalten. Sie können eigene Ideen und Anregungen einbringen, diese mit anderen jungen Menschen sowie Erwachsenen diskutieren und Änderungsanträge stellen, die von Politik und Verwaltung bearbeitet werden. Dabei geht es um Fragen wie: Was brauchen Kinder und Jugendliche in der Stadt? Was sollte für Mädchen und Jungen verbessert werden? Wie erleben sie Verkehr, Freizeit und Schule?
Auf der Webseite kann man nachlesen, welche Anträge gestellt wurden und was daraus geworden ist.

In der Spielstadt Mini-München gestalten Kinder- und Jugendliche – wie in vielen anderen Spielstädten auch – das städtische Geschehen selbstbestimmt und aktiv mit. Bereits im Vorfeld können Kinder und Jugendliche in der Planungswerkstatt Amt für Stadtgestaltung mitwirken: Hier planen sie gemeinsam zentrale Aspekte ihrer Stadt und bereiten Mini-München aktiv mit vor. Der Beitrag „Zwischenräume“ (S. 39-43) in der Dokumentation zur Spielstadt 2024 reflektiert das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen und welchen Einfluss dieses auf das Spielstadt-Geschehen nimmt.
Mit BauBau eröffnet der Gropius Bau einen besonderen Erfahrungsraum für Kinder: Sie sind eingeladen, sich frei zu bewegen, zu spielen und die Umgebung aktiv mitzugestalten – ganz ohne die sonst üblichen Regeln, die an Kunstorten gelten. BauBau ist kostenlos zugänglich, Erwachsene erhalten nur eine begrenzte Anzahl an Karten, um den Kindern den Raum ganz zu überlassen.
Seit 2019 fördert die Sächsische Nacht der Jugendkulturen kreative Aktionen von Jugendlichen zwischen 14 und 27 Jahren, insbesondere im ländlichen Raum Sachsens. Ziel ist es, jugendkulturelle Interessen sichtbar zu machen und lokale Initiativen zu stärken. Eine Jugendjury entscheidet über die Auswahl der Projekte, die jährlich gebündelt an zwei Tagen stattfinden. Das Magazin im:puls dokumentiert Konzept und Prozess.
Das Künstler:innen-Kollektiv DemocraticArts initiiert seit 2010 kreative Bildungs- und partizipative Kunstprojekte zu gesellschaftsrelevanten Themen. Mit einem medienübergreifenden Ansatz von Rap über Malerei bis Tanz setzt das Kollektiv auf künstlerische Teilhabe und Ausdrucksmöglichkeiten für junge Menschen. Ein Youth-Team, das sich monatlich trifft, ist fester Bestandteil der Arbeit.
Die Initiative mit Standorten in Berlin, Leipzig und Magdeburg setzt sich kritisch mit dem Machtverhältnis zwischen jungen Menschen und Erwachsenen auseinander – insbesondere im Kontext von Kunst und kultureller Bildung. Mit künstlerischen Interventionen, Workshops, Fortbildungen und Beratungen bringt sie adultismuskritische Perspektiven in Bewegung. Einblicke bietet auch der Podcast Machtspiele auf KuBi Online.
Unter dem Motto „Lasst uns mal ran!“ können Kinder und Jugendliche aus den Münchner Stadtbezirken 6 und 22 finanzielle Unterstützung für die Umsetzung ihrer eigenen Projektideen beantragen. Ziel des Formats ist es, junge Menschen zur ermutigen, sich aktiv an der Gestaltung ihres Stadtviertels zu beteiligen und selbst kleine, konkrete, zeitnah umsetzbare Projekte anzustoßen.
Zweimal im Jahr können Projektideen eingereicht werden. Dabei kommt es nicht darauf an, wie groß oder aufwendig eine Idee ist: Auch kleine, einfache Vorschläge sind willkommen. Entscheidend ist, dass die Idee etwas für Kinder und Jugendliche im Stadtviertel bewegt.
Die Entscheidung über die Förderung treffen die antragstellenden Kinder und Jugendlichen selbst: Sie bilden gemeinsam eine Kinder- und Jugendjury, die darüber entscheidet, welche Projektideen mit einer Fördersumme von bis zu 500 Euro zur Umsetzung unterstützt werden. Die jungen Menschen werden bei der Ideenfindung, Beantragung der Fördergelder und Realisierung ihres Projektes bei Bedarf durch Pat:innen (z.B. aus Jugend- und Bildungseinrichtungen oder dem entsprechenden Bezirksausschuss) begleitet und unterstützt.

Beim TUKI Forscher Theater erforschen Berliner Kita-Kinder gemeinsam mit Künstler:innen, Erzieher:innen und lokalen Partner:innen ihre Welt. In einjährigen Kooperationen zwischen Kita und Theater entstehen künstlerische Forschungsgemeinschaften, in denen Kinder ihren Fragen nachgehen und Phänomene – ob real oder fiktiv – theatral erfahrbar machen. Im Mittelpunkt steht eine ergebnisoffene, kreative Auseinandersetzung mit der kindlichen Neugier.
Zum Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention haben 2024 über 60 Kinder und Jugendliche aus zehn Münchner Kinder- und Jugendeinrichtungen mit Unterstützung vom KJR-MusikMobil eigene Songs zu ihren Rechten geschrieben, vertont und professionell aufgenommen. Entstanden sind zwölf ausdrucksstarke Lieder, die als KJR-Kinderrechte-Playlist veröffentlicht wurden. Live performt wurden sie u. a. bei KiKS, „Kids on Stage“ und dem Internationalen Mädchentag. Ein Making Of dokumentiert den Prozess.
Die StadtschülerInnenvertretung München ist die offizielle Schüler*innenvertretung der Stadt München.
„Junge Mikroprojekte – Geld für junge Ideen“ ist ein stadtweites Förderprogramm in München zur Unterstützung kreativer Projektideen junger Menschen. Ziel des Programms ist es, kleine Vorhaben zu ermöglichen, die einen positiven Mehrwert für andere junge Menschen in der Stadt schaffen.
Gefördert werden Mikroprojekte mit einer Fördersumme von 250 bis maximal 500 Euro. Die Mittel können für Anschaffungen und Sachkosten eingesetzt werden, sofern diese in direktem Zusammenhang mit der Umsetzung der Projektidee stehen. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass das Projekt auch weiteren Jugendlichen zugutekommt.
Die Einreichung der Projektideen erfolgt schriftlich oder per Video über stadtweit verteilte Kooperationspartner:innen, wie Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit oder Nachbarschaftstreffs. Diese begleiten die jungen Menschen bei der Antragstellung sowie bei der Abwicklung der Förderung.
Bei der Demokratiewerkstatt „Misch dich ein!“ des Arbeitskreis Kinder- und Jugendbeteiligung München im Mai 2025 waren 140 Kinder und Teenies im Alter von 7-15 Jahren eingeladen als Expert:innen in eigener Sache ihre Perspektiven und Empfehlungen in das Münchner Rahmenkonzept zur kommunalen Kinder- und Jugendpartizipation einzubringen.
Das Kindermuseum München lädt Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren ein, das Museum aktiv mitzugestalten – z.B. als Ausstellungsmacher:in und Cafébetreiber:in.
Die Jugendbefragung München ist ein Beteiligungsformat der Landeshauptstadt München, bei dem junge Menschen ihre Meinungen, Erfahrungen und Bedürfnisse zu verschiedenen Lebensbereichen in der Stadt einbringen können. Die Befragung wird regelmäßig durchgeführt und liefert wichtige Erkenntnisse für jugendpolitische Entscheidungen und die Weiterentwicklung städtischer Angebote.


Das Kinder- und Jugendrathaus München ist eine Anlaufstelle der Landeshauptstadt München für Kinder und Jugendliche zur Beteiligung und Mitgestaltung der Stadt. Es unterstützt junge Menschen dabei, ihre Anliegen einzubringen und fördert Jugendbeteiligung in städtischen Prozessen.
Mitbestimmungsprojekt für Kinder im Stadtbezirk
Jährlich können Kinder und Teenies einen anderen Münchner Stadtbezirk mit Hilfe der Materialien aus den Stadtteil-Koffern unter die Lupe nehmen und festhalten, was hier aus ihrer Sicht verändert und verbessert werden muss. Die Ergebnisse stellen sie bei einer Kinder- und Jugendversammlung öffentlich vor, diskutieren darüber und übergeben schließlich Anträge zur Verbesserung an die Stadtpolitik. Das Veranstalterteam unterstützt alle Aktiven bei der Bedarfserhebung und auch bei der Umsetzung der Forderungen. Gemeinsam für kinderfreundlichere Stadtteile! Für Kinder von 3-14 Jahren.

Seit 2011 gestalten junge Menschen in Chemnitz großformatige Friedensbanner, auf denen sie ihre Visionen für eine friedlichere und gerechtere Welt ausdrücken. In begleitenden Workshops entwickeln sie in kleinen Gruppen eigene Bildideen und Texte, die sie innerhalb einer Woche gemeinsam auf Bannergröße umsetzen.
Beim MünchenBudget können Jugendliche ab 14 Jahren sowie Erwachsene mitmachen, indem sie eigene Projektideen einreichen, an der öffentlichen Abstimmung teilnehmen und sich an der Umsetzung ausgewählter Ideen beteiligen.
Das Münchner Haus der Schüler*innen ist ein von Jugendlichen mitgestalteter Treffpunkt und Projekt-Raum in München, der jungen Menschen Raum, Unterstützung und Vernetzung für ihr Engagement und ihre eigenen Initiativen bietet.
