Die Schnecke
Heute war ich bei einem Festival. Ich begann mit einem kleinen Spiel, bei dem man eine aus Holz geschnitzte Schnecke mit einem Seil zu sich ziehen musste. Alles schien normal zu sein. Ich ging weiter. Ich sah eine kleine Station, wo man Luft gefüllte Ballons boxen musste. Es macht Spaß, jedoch merkte ich, dass viele der Menschen verschwanden. Ich dachte mir nichts dabei. Schließlich ging ich weiter und ich erblickte einen Kiosk, jedoch waren dort keine Verkäufer, er war komplett leer. Ich blickte um mich, keine einzige Person war noch da! Es zog ein Gewitter auf, ich merkte, dass es kalt wurde. Ich sah auf den Boden und dort war nur eine Schnecke, eine kleine, scheinbar harmlose Schnecke. Ich beäugte den Himmel, es fing an zu regnen und zu blitzen und donnern. Ich rannte zur nächsten Bushaltestelle, doch seltsamerweise stand dort keine Anzeige, auch die Karten waren verschwunden. Ich setzte mich auf die Bank und blickte auf den Boden. Dort war eine Schnecke, dieselbe Schnecke, die ich vorhin gesehen hatte. Langsam wunderte ich mich sehr. Am Anfang war doch noch alles normal. Doch diese kleine Schnecke veränderte alles. Ich lief so schnell ich konnte zu einem kleinen Restaurant. Ich ging zur Theke, doch wieder war niemand dort. Ich rief „hallo, ist hier jemand?“, doch keine Antwort. Ich war langsam echt ängstlich – was war geschehen? Alle Menschen waren verschwunden, außer ich. Alle Tiere waren ebenfalls weg, nur diese eine kleine Schnecke war noch da. Ich setzte mich auf einen Stuhl und sah in die Speisekarte, doch dort standen keine normalen Gerichte, sondern dort stand in Großbuchstaben ICH WERDE DICH HOLEN. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Was war hier los? Ich wohnte weit weg, also konnte ich nicht nach Hause. Ich sah mich vorsichtig um. Hinter mir war wieder diese Schnecke. Ich rannte angsterfüllt weg. Ich rannte so schnell ich konnte, diese Schnecke machte mir wirklich Angst. Nach ungefähr 20 Minuten Durchsprinten ging mir die Luft aus, ich atmete schwer, ich war klitschnass und angsterfüllt. Ich sah mich ängstlich um. Auf den ersten Blick sah ich die Schnecke nicht mehr, doch als ich etwas genauer hinsah, sah ich die Schnecke. Aber sie war noch sehr weit entfernt. Erleichtert schnaufte ich und blickte in den Himmel, doch plötzlich schlug ein Blitz knapp neben mir in einen Baum ein. Ich lief schnell davon. Ich sah nach vorne, dort war ein kleines Café. Ich ging hinein. Dort saß ein wie ich durch Nässe erfülltes Mädchen. Ich sagte „hallo“, sie drehte sich um – doch das war kein normales Mädchen, was dort saß. Es war ein Mädchenkörper, doch ihr Gesicht war schwarz, es hatte keine Augen, keinen Mund und auch keine Nase. Ich rannte aus dem Café. Ich erblickte einem kleinen Laden, ich lief zu dem Laden und bemerkte, das die Gestalt von vorhin mir nicht hinterher gelaufen war. Ich ging erleichtert, aber doch noch verschreckt. Ich sah mir den Laden genauer an, es war eine Bäckerei. Ich ging zur Theke und sah Brezen, Semmeln, Brot, belegte Semmeln und vieles mehr. Ich setzte mich auf einen Stuhl und aß eine Semmel mit Salat und Essiggurken und einer Frischkäse-artigen Soße. Ich aß genüsslich und wärmte mich an der Heizung. Ich sah mich ein wenig im Laden um. Dort hing ein Tuch und unbenutzte Kleidung. Ich trocknete mich ab und zog die warme frische Kleidung an. Endlich konnte ich mich ein wenig entspannen. Ich sah aus dem Fenster, es hatte aufgehört zu gewittern. Der Regen wurde sanfter und an der Garderobe lagen ein paar Schuhe. Ich zog ohne Ekel meine Socken aus und trocknete meine Füße mit dem Tuch von vorhin ab und schlüpfte in die Schuhe. Sie waren ein wenig zu groß, aber das störte mich nicht. Ich blickte mich noch einmal um, und auf einem der Stühle lag eine grüne Regenjacke. Ich zog sie an und lächelte vor Glück. Als ich mich umsah, merkte ich, dass auf einmal die Menschen und Tiere wieder da waren. Draußen flogen wieder Tauben, der Bäcker war wieder da und fragte, was geschehen sei. Ich antwortete mit „zu lange Geschichte“. Ich bezahlte meine Semmel und ging entspannt hinaus, lief zur nächsten Bushaltestelle, fuhr mit dem nächstbesten Bus nach Hause. Zuhause angekommen legte ich mich in mein Bett und schlief glücklich ein.
Wo die Schnecke heute ist, das weiß ich nicht, aber dass die Geschichte jetzt zu Ende ist, das weiß ich schon.
(Lucy)
