Konzept

Kinder empfinden kulturelle Bildungsangebote vor allem dann als gelungen, wenn darin ihre eigene Sicht zum Tragen kommt und sie dabei gleichzeitig Neues (an sich) entdecken können. Häufig wird auch das „gemeinsame Tun“ besonders hervorgehoben. Im Vordergrund ihrer eigenen Wahrnehmung steht also eine vereinbarte soziale Praxis, über die man sich austauscht und die man gemeinsam verhandelt und gestaltet – längerfristig oder temporär.

Das Postulat der kulturellen Teilhabe allein als Begründung für kulturelle Arbeit mit Kindern greift möglicherweise zu kurz. Zu sehr ist diese auch normativ gebunden und läuft Gefahr, einer Konstruktion des „gut“ gebildeten, kreativen Kindes zu folgen und auf Dauer sicher stellen zu wollen, dass sich auch kommende Generationen für Musik, Tanz, Theater, Literatur interessieren.

Es geht um mehr. Es geht darum, dass wir Kinder nicht ausschließlich als Wesen betrachten, die durch Kultur(-angebote) geprägt werden, sondern sie auch als Akteur*innen und Gestalter*innen ihres eigenen Aufwachsens wahrnehmen und in ihrer Eigenständigkeit ernst nehmen.

Damit müssen Fragen nach strukturellen Bedingungen für kulturelle Betätigung von Kindern und Jugendlichen, etwa nach realen Handlungsspielräumen und potentiellen Möglichkeitsräumen von Kindern wieder sehr viel näher ins Zentrum pädagogischer Betrachtungen und Bemühungen rücken. Der begleitende Fachdiskurs, wie anspruchsvolle Kulturarbeit mit Kindern verantwortlich gestaltet und weiterentwickelt werden kann, darf und kann sich nicht (länger auch) an unseren reproduktiven Vorstellungen vom Kindsein orientieren oder an hochkulturellen Leistungen von Erwachsenen. Wichtig wäre vielmehr, in allen Kulturprojekten Kindern und Jugendlichen Erfahrungen von Selbstorganisation, Eigensinn, Anderssein oder „im Anderen-Sein“, Präsenz und Körperlichkeit, Zeitlichkeit, Raum und Materialität zu ermöglichen.

Der Veranstalterkreis des Kinder-Kultur-Sommers ist auf dem Weg: Als Netzwerk von Akteuren, die sich konzeptionell und operativ einmischen in den Diskurs über Kulturelle Bildung mit Kindern und Jugendlichen, beispielsweise mit dem KiKS-Fachtag. Als verantwortliche Herausgeber für den jährlich im Mai erscheinenden KiKS-Reiseführer, der unter aktiver Mithilfe von über 230 Partnern eine einmalige Navigationshilfe in der Angebotsvielfalt der Kinderkulturprogramme in München darstellt. Und als Veranstalter des KiKS-Festivals, das jedes Jahr den Auftakt zum Kinder-Kultur-Sommer bildet.